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Produktempfehlungen mit Warenkorbanalyse für einen Versicherungskonzern

Auf einen Blick:

  • Branche: Versicherung
  • Projektziel: Analyse von Kundenaffinitäten zu einzelnen Produktempfehlungen.
  • Tools: AWS Cloud, Python, AWS Glue, AWS Stepfunction, FPGrowth Algorithmus

Die Herausforderung des Kunden

 

Zum Projektstart verfügte das Unternehmen bereits über ein etabliertes Next-Best-Offer-Modell (NBO), das auf Machine Learning basiert. Dieses analysiert Kundenaffinitäten auf Spartenebene, beispielsweise für Altersvorsorge, Kranken- oder KFZ-Versicherung, und liefert dem Vertrieb strategische Impulse. Die Empfehlungen bezogen sich jedoch ausschließlich auf übergeordnete Produktsparten und nicht auf konkrete Einzelprodukte, was die operative Nutzbarkeit im Kundengespräch einschränkte.

Für einen effektiven Cross- und Upselling-Prozess sind konkrete Produktempfehlungen deutlich hilfreicher als eine reine Spartenzuordnung. Gleichzeitig umfasst das Produktportfolio rund 90 Produktkategorien, wodurch eine Modellierung auf Produktebene komplex und kostenintensiv wird. Eine Erweiterung des bestehenden Machine-Learning-Ansatzes hätte erheblichen Entwicklungs- und Wartungsaufwand verursacht. Daher wurde in diesem Use Case bewusst ein deterministischer, statistischer Ansatz gewählt: die Warenkorbanalyse mithilfe des FPGrowth-Algorithmus.

Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass diese Methodik im Unternehmen bereits genutzt wurde, jedoch vollständig durch externe Berater implementiert und betrieben wurde. Der zugrunde liegende Code war intern nicht zugänglich, sodass weder Transparenz über die Logik noch eigenständige Weiterentwicklungen möglich waren. Monatlich wurden die Top-3-Produktempfehlungen durch den externen Dienstleister bereitgestellt, wodurch eine operative Abhängigkeit bestand und Anpassungen nur eingeschränkt vorgenommen werden konnten.

Vor diesen Herausforderungen stand unser Kunde

Ablösen von externen Abhängigkeiten

Der zentrale Treiber des Projekts war die Ablösung externer Abhängigkeiten. Ziel war es, vollständigen Zugriff auf den operativen Code sowie die zugrunde liegende Logik zu erhalten, anstatt ausschließlich monatlich berechnete Scores bereitgestellt zu bekommen.

Keine Empfehlungen von Produkten möglich

Das NBO Modell gibt Affinitäten hinsichtlich der Sparten an. Im operativen Geschäft ist dies aber in der Regel nicht ausreichend. 

Sehr vielfältiges Produktangebot

Aufgrund der reinen Mengen an verschiedenen Produkten ist es auch nicht möglich klare und offensichtliche Zusammenhänge händisch zu berechnen oder zu analysieren. Daher muss ein deterministischer Ansatz her, welche solche Zusammenhänge automatisch berechnet. 

Unser Lösungsansatz

Zur Umsetzung wurde eine eigenständige, deterministische Produktempfehlungslogik konzipiert, die auf historischen Vertragsdaten basiert und nahtlos mit dem bestehenden NBO-Modell kombiniert wird. Ziel war es, Produktaffinitäten automatisiert zu berechnen, transparent bereitzustellen und operativ im Vertrieb nutzbar zu machen. Die konkrete Umsetzung erfolgte in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten.

Wie gehen wir dabei vor?

1.

Warenkorb Analyse

Analyse aktiver Kundenverträge der letzten zehn Jahre zur Identifikation signifikanter Produktaffinitäten auf Basis historischer Vertragskonstellationen.

2.

Affinitäten Berechnung

Anwendung des FPGrowth Algorithmus zur automatisierten Berechnung statistisch relevanter Assoziationsregeln zwischen rund 90 Produktkategorien.

3.

NBO Integration

Kombination der KKA Produktempfehlungen mit den Top 3 NBO Sparten zur operativ nutzbaren Priorisierung konkreter Einzelprodukte.

Unsere Lösung

Architekturübersicht einer Azure-Datenplattform mit Databricks, Unity Catalog und ML-Integration.

Unser Architekturentwurf basiert auf einer modularen Datenplattform mit Azure und Databricks als zentrale Komponenten. Die Daten werden dabei aus verschiedenen Quellsystemen wie Ticketing, CRM, ERP und Sportdokumentation integriert, zentral gespeichert und anschließend in standardisierte Domain-Modelle überführt.

Die Plattform erlaubt sowohl klassische Business-Analytics als auch die Entwicklung von Machine-Learning-Anwendungen. Über Dashboards, SharePoint oder Enterprise Apps können Fachbereiche direkt auf aufbereitete Datenprodukte zugreifen – ohne Umwege über das Datenteam. So entsteht eine skalierbare Grundlage für datengetriebene Entscheidungen im gesamten Verein.

Die Ergebnisse des Use Case:

Automatisierte Berechnung von Produktempfehlungen

Nach jedem NBO Scoring wird auch die KKA Pipeline angestoßen, bei welcher die Produktaffinitäten berechnet werden. Anschließend werden diese Ergebnisse in Zusammenhang mit den NBO Ergebnissen ausgespielt. 

Durchschnittliche Abschlussrate von 33%

Durchschnittliche Abschlussrate von 33% der empfohlenen Produkte (bei 3 Produktempfehlungen pro Kunde). Im Schnitt wird auch ein Produkt der ausgespielten Produkte abgeschlossen.

Profilbild von Vinzent Wuttke Geschäftsführer Datasolut GmbH
Vinzent Wuttke
Geschäftsführer

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